Grundlagen zur Forschung
Medizinischer Kommentar von Prof. Dr. Klaus Laczika
Ein gesundes Herz schlägt nicht maschinell, metronomisch oder gleichförmig - eine Tatsache, die selbst in der Medizin oft nur andeutungsweise bekannt ist.
Diese natürliche Unregelmässigkeit des Herzschlages ist Ausdruck seiner harmonisch simultanen Anpassungsfähigkeit an unmittelbar auftretende Situationen als auch an gleichzeitig ablaufende, körpereigene biologische Vorgänge. Im Idealfall ist da Herz in der Lage, seine Frequenz an jeden einzelnen Atemzug anzupassen. Die Erklärung ist leicht: Jeder Atemzug erzeugt Unterdruck im Brustraum. Durch diesen Sog strömt während der Einatmung Luft, zugleich aber auch kurz mehr Blut in den Brustraum ein.
Um dieses erhöhte Blutvolumern aus dem Brustraum in den Körper weiter zu transportieren, schlägt das Herz während der Einatmung kurz minimal schneller, um sich bei der Ausatmung wieder zu entschleunigen. Während einer erholsamen Tiefschlafphase besteht ein Verhältnis von ca. vier be- und entschleunigten Herzschlägen zu einem Atemzyklus. Über einen Zeitraum von vier Atemzügen ändert sich der Blutdruck in einer langsamen Wellenphase, um wieder zu seinem Ausgangspunkt zurückzukehren und über vier minimalen Blutdruckwellen findet eine Zu- und Abnahme der Gewebedurchblutung statt.
Diese harmonischen Zeitverhältnisse des autonomen Nervensystems sind vergleichbar mit einem musikalischen Obertonspektrum. Diese, dem Willen nicht zugängliche, unbewusst ablaufenden körperlichen Prozesse münden bei weiterer Vervielfachung in die Ausschüttungszyklen von Hormonen und weisen auf das rhythmisch harmonisch verlaufende Konzept biologischer Vorgänge hin. Diese Synchronizität und Harmonie ist vor allem im Erholungszustand (medizinisch als Vagotonus bezeichnet) gegeben.
Die medizinische Grundlagenforschung kann seit ca. 10 Jahren auf molekularer Ebene nachweisen, dass die, in fatalen Kaskaden verlaufende Krankheitsprozesse nur im Vagotonus durchbrochen werden können. Auch körpereigene Reparaturvorgänge finden - molekularbiologisch bis ins kleinste Glied bewiesen - nur in Phasen des Vagotonus statt. Diese medizinische "Evidence" spiegelt das Jahrtausend alte - in allen medizinischen Traditionen angewandte - Wissen sämtlicher menschlicher Kulturen über Gesundung wider.
Gleichzeitig ist sich die "Schulmedizin" bewusst, dass durch Medikamente ein natürliches Ausmass an Vagotonus nur sehr eingeschränkt erzielbar ist. Der Zugang zum autonomen Nervensystem, aslo der Weg in die Synchronisation des Vegetativums ist aber sehr wohl mit nicht-pharmakologischen Methoden wie Musik, Hypnose, Meditation etc. und - wie es sich zeigt - auch mit TaKeTiNa möglich.
Der medizinische Beweis unterschiedlichster vegetativer Zustände vom Stress- oder krankheitsbedingten Chaos, bis hin zur erfolgreichen Re-Synchronisation, kann durch die Methode der Herzratenvariabilität (HRV) erbracht werden.
Univ. Prof. Dr. Klaus Laczik, Wien
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